vorher-nachher: Kinderwiege–Upcycling statt Stillstand

Im Rahmen einer TV-Trödelshow habe ich als Händlerin eine antike Kinderwiege aus Eichenholz erworben. Die Wiege stammt etwa aus der Zeit um 1900, befand sich jedoch in einem sehr schlechten Zustand: Das Holz war von starkem Wurmfraß durchzogen, die Oberfläche insgesamt instabil. Eine Matratze war vorhanden, der ursprüngliche Klapp-Baldachin jedoch ohne Stoff und zudem sehr unpraktisch konstruiert.

 

Diese Kinderwiege gehörte zu den ersten Objekten, die ich in einem begleitenden TV-Format in meiner Werkstatt aufgearbeitet habe. Zunächst stand sie eine Zeit lang im Originalzustand in meinem Onlineshop – ohne verkauft zu werden. Eine klassische Restaurierung des Eichenholzes wäre angesichts des massiven Wurmfraßes unverhältnismäßig zum Wert gewesen und aus meiner Sicht auch nicht sinnvoll.

Ich habe mich deshalb bewusst für ein konsequentes Upcycling entschieden. Alle Holzwurmlöcher wurden verspachtelt, um Stabilität und eine ruhige Oberfläche herzustellen. Anschließend wurde die Wiege komplett repariert und in einem mintfarbenen Lackton lackiert – bewusst neutral und zeitlos gewählt.


Zusätzlich habe ich eine neue Halterung für den Baldachin gebaut und einen Baldachin aus mintfarbenem Stoff mit kleinen weißen Punkten genäht. Abgerundet wurde das Design durch eine weiße Bommelborte, die das Muster aufgreift.

Nach der Aufarbeitung wurde die Kinderwiege erneut angeboten – und sehr schnell verkauft. Dieses Projekt zeigt deutlich, dass der Erhalt des Originalzustands nicht immer die beste Lösung ist. Erst durch die Aufarbeitung wurde die Wiege wieder nutzbar. Für mich ist das ein klares Beispiel dafür, dass Upcycling oft der sinnvollere Weg ist, wenn ein Möbelstück sonst ungenutzt bleiben würde.

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