vorher-nachher: Stahlrohrsessel mit Graffiti
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Im Rahmen eines Fernsehprojekts habe ich einen belgischen Stahlrohr-Sessel aus den 1930er/1940er-Jahren erworben – ein wunderschönes Stück mit klarer Formensprache, aber sichtbaren Gebrauchsspuren. Das Gestell hatte bereits deutlichen Flugrost angesetzt und das vorhandene Kunstleder wirkte eher unspektakulär. Eine einfache Aufarbeitung hätte die besondere Geschichte dieses Sessels nicht weitergetragen.

Also entstand eine andere Idee: Upcycling durch Kunst.
Ich habe den Sessel zu einem Graffiti-Künstlerduo nach Krefeld gebracht: Tubuku. Die beiden sind bekannt für ihre Auftragsarbeiten – vom Stromkasten über S-Bahn-Unterführungen bis hin zu Brückenpfeilern und Hauswänden. Ihre besondere Handschrift: Vögel in einer sehr fein ausgearbeiteten, lebendigen Manier.

Für dieses Projekt habe ich mich bewusst für ein Rotkehlchen entschieden. Ein kleines, freundliches Motiv, das perfekt zur filigranen Form des Sessels passt. In typischer Tubuku-Manier wurde das Rotkehlchen mit zarten Blattmotiven kombiniert – gesprüht wie bei ihren großformatigen Arbeiten, nur eben auf einem Möbelstück.

Das Ergebnis ist ein absolutes Unikat.
Die ursprüngliche Form des Sessels bleibt vollständig erhalten, wird aber durch die künstlerische Gestaltung neu interpretiert. Statt Flugrost und neutralem Kunstleder erzählt der Sessel nun eine Geschichte – zwischen Designklassiker, Street Art und Möbelkunst.

Dieses Projekt zeigt sehr schön, wie Upcycling, Möbelaufarbeitung und Graffiti zusammenfinden können, ohne die Identität eines historischen Möbelstücks zu zerstören. Ein echtes Vorher-Nachher-Projekt, das Design, Handwerk und Kunst verbindet.


