vorher-nachher: Rolladenschrank als Designstück
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Rolladenschränke gehören zu den Möbelklassikern des frühen 20. Jahrhunderts. Sie sind kompakt, unglaublich praktisch und allein durch ihre Mechanik schon etwas Besonderes. Dieser große, eichefurnierte Rolladenschrank, vermutlich aus den 1920er bis 1940er Jahren, befand sich allerdings in einem deutlich desolaten Zustand: Der Korpus war unten bereits auseinandergebrochen, die Böden stark mitgenommen und die Oberfläche über Jahrzehnte gealtert.

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Kolumnistin für die DIY-Zeitschrift Selber machen (jetzt "Selbst") habe ich mich diesem Möbelstück angenommen und den Schrank vollständig aufgearbeitet. Zunächst wurde der Korpus stabilisiert und repariert. Die Rolllade habe ich ausgebaut, gründlich abgeschliffen, neu gebeizt und anschließend versiegelt. Auch der Innenraum des Schranks wurde komplett aufgearbeitet, gebeizt und versiegelt.


Ein zentrales Gestaltungselement dieses Projekts ist die Rückwand: Sie wurde mit einer salbeigrünen Tapete mit goldenen Eulen tapeziert. Farblich passend dazu habe ich auch den Korpus lackiert. Anstelle der stark beschädigten Holzböden wurden maßgefertigte Glasböden eingesetzt. Glas bringt Leichtigkeit, reflektiert Licht dezent grünlich und lässt das Tapetenmotiv sichtbar – ohne es zu unterbrechen.

Abgerundet wurde das Makeover durch neue, klassisch zurückhaltende Beschläge, die das Design nicht dominieren, sondern unterstützen. Besonders wichtig: Auch die Rückseite des Schranks wurde tapeziert, sodass das Möbelstück frei im Raum stehen kann – ein echtes Plus für offene Wohn- oder Arbeitsbereiche.


Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial selbst stark beschädigte Rolladenschränke haben. Mit handwerklicher Expertise, Mut zur Gestaltung und einem klaren Konzept entsteht aus einem Problemfall ein individuelles, funktionales und zeitloses Möbelstück.
