vorher-nachher: Gründerzeitkommode erneuert
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Diese Gründerzeitkommode hat ein langes, gelebtes Leben hinter sich. Sie wurde von der Großmutter meiner Kundin über Jahrzehnte hinweg genutzt – zuletzt sogar zur Lagerung von Lebensmitteln. Sie war also nicht nur dekorativ, sondern bis zuletzt täglich im Einsatz. Genau das sah man ihr bei der Anlieferung auch an.


Der Zustand war ehrlich gesagt kritisch:
Jede einzelne Schublade musste neu verleimt werden, mehrere Leisten fehlten komplett, der Korpus war instabil, die Deckplatte locker und auch die Füße teilweise gelöst. Kurz gesagt: Diese Kommode musste teilweise zerlegt, repariert und neu aufgebaut werden, um überhaupt wieder dauerhaft nutzbar zu sein.

Solche Aufträge mag ich besonders. Zum einen, weil man sofort spürt, dass ein Möbelstück geliebt und gebraucht wurde. Und zum anderen, weil es mir wichtig ist, dass gerade Erbstücke mit Geschichte eine echte zweite Chance bekommen – nicht als Dekoobjekt, sondern als voll funktionales Möbelstück für den Alltag.

Eine der aufwendigeren Reparaturen war ein breiter, durchgehender Riss in beiden Seitenteilen. Hier reichte kein Holzkit mehr aus. Um dauerhaft Stabilität zu schaffen, habe ich passgenaue Holzleisten eingesetzt, damit sich der Riss nicht erneut öffnet und die Konstruktion langfristig hält. Diese Arbeit war nur eine von vielen Reparaturen, die notwendig waren, um die Kommode wieder stabil und belastbar zu machen.

Nach der grundlegenden Instandsetzung wurde die Kommode mehrfach gespachtelt, geschliffen und in mehreren Lackdurchgängen aufgebaut. Die originalen Beschläge habe ich im Ultraschallgerät gereinigt – vorher fast schwarz, jetzt wieder goldfarben mit einer schönen, leichten Patina.

Besonders gefreut hat mich die mutige Farbwahl der Kundin: ein tiefes, edles Bordeauxrot. Gerade bei historischen Möbeln darf Farbe Charakter zeigen. Es gibt so viele wunderbare Farbtöne – eine Kommode mit Geschichte muss nicht zwangsläufig weiß oder beige sein.


Das Ergebnis spricht für sich:
Die Kommode ist wieder stabil, voll nutzbar und ein echtes Statement-Piece. Die Kundin ist glücklich – und ich bin mir ziemlich sicher, dass auch die Oma dieses Ergebnis geliebt hätte.

