vorher-nachher: Gründerzeit-Schränkchen Aufarbeitung
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Dieses kleine Schränkchen stammt stilistisch eindeutig aus der Gründerzeit. Typisch sind die schlanke Form, die gedrechselten Füße, die seitlichen Pilaster sowie die dekorativen Wurzelholz-Füllungen, die damals gezielt eingesetzt wurden, um selbst kleine Möbelstücke hochwertig wirken zu lassen. Ursprünglich gehörte auf solche Schränke fast immer eine Marmorplatte – bei diesem Exemplar fehlte sie jedoch vollständig.

Ich habe das Schränkchen ursprünglich für mich selbst aufgearbeitet. Der Korpus war etwas beschädigt aber die Substanz gut. Also habe ich mich für eine Farbkombination entschieden, die ich selbst sehr liebe: Der Korpus wurde in Salbeigrün gestrichen, ruhig und zurückhaltend, während die Wurzelholzflächen bewusst hervorgehoben wurden. Diese habe ich in Nussbaum gebeizt und anschließend klar lackiert, um die lebendige Maserung zu betonen und dauerhaft zu schützen.

Die fehlende Marmorplatte habe ich nicht ersetzt, sondern mich für eine schlichte Holzplatte entschieden, die ebenfalls salbeigrün lackiert wurde. Dadurch wirkt das Schränkchen leichter, moderner und weniger formal – ohne seinen historischen Charakter zu verlieren. Eine klassische Lösung, die zeigt, dass historische Möbel nicht zwingend „originalgetreu“, sondern zeitgemäß weitergedacht werden dürfen.

Am Ende war das Schränkchen für meinen eigenen Raum zu elegant. Also habe ich es zum Verkauf angeboten – und es meldete sich sofort jemand, der genau dieses Möbel gesucht hat. Es wurde persönlich abgeholt und steht jetzt in einer Umgebung, in der es sichtbar geschätzt wird. Genau das ist für mich der schönste Abschluss eines Upcycling-Projekts.
