vorher-nachher: Schubladenelement wird Kommode

Dieser Schubladenschrank mit 16 praktischen Schubladen war deutlich in die Jahre gekommen, als ich ihn entdeckt habe. Der Korpus kam ohne Gestell und ohne Beine zu mir und war vermutlich einmal Teil einer größeren Schrankwand, bei der mehrere Elemente übereinandergestapelt wurden. Funktional war er noch – optisch allerdings stark gezeichnet vom Leben.

Patina finde ich grundsätzlich wunderschön. Aber wenn Möbel sehr ölig, fettig oder einfach ungepflegt wirken, entscheide ich mich bewusst für eine Erneuerung. Wichtig ist mir dabei immer: Der Schrank soll alt aussehen dürfen – aber sauber alt.

Genau das war das Ziel bei diesem Projekt.

Alle 16 Schubladen habe ich abeschliffen und anschließend in einem Teak-Farbton gebeizt. Dadurch wurde dieas schöne Eichenholzfurnier betont und die Oberfläche erhielt Tiefe und Wärme. Danach wurden die Schubladen versiegelt, um sie alltagstauglich und langlebig zu machen. Die Etikettenhalter blieben bewusst erhalten – sie gehören zur Geschichte des Möbelstücks.

Der Korpus wurde gründlich geschliffen, gespachtelt und mehrfach in einem gedeckten Olivgrün lackiert. Eine Farbe, die perfekt mit dem warmen Teakton harmoniert und dem Möbelstück Ruhe und Charakter verleiht. Passend dazu habe ich aus meinem Fundus zwei Möbelfüße ergänzt, farblich angepasst und unter dem Korpus montiert. So bekam der Schrank nicht nur Höhe, sondern auch eine klare Präsenz im Raum.

Das Ergebnis ist ein individuelles Unikat: funktional, zeitlos und mit viel Charakter. Der Schubladenschrank ist inzwischen verkauft – und für mich ein schönes Beispiel dafür, wie Möbelupcycling und behutsame Gestaltung perfekt zusammenfinden können.
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