vorher-nachher: Pyrometer als Tischleuchte

In einer bekannten Trödelsendung, in der ich viele Jahre als Händlerin mitgewirkt habe, habe ich ein sogenanntes Pyrometer gekauft. Dabei handelt es sich um ein Messgerät, mit dem unter anderem sehr hohe Temperaturen – zum Beispiel in Backöfen oder Industrieanlagen – gemessen werden können. Ohne den passenden Einsatzort ist ein Pyrometer jedoch vor allem eines: ein spannendes, aber unpraktisches Objekt. Ein langer Metallstab mit Skala – technisch interessant, funktional jedoch begrenzt.

Genau das hat meinen Ehrgeiz geweckt. Statt das Pyrometer als reines Sammlerstück zu belassen, entstand die Idee, daraus ein funktionales Designobjekt zu entwickeln. Gemeinsam mit einem Schweißerkollegen Uwe Wiesner habe ich das Pyrometer zersägt, neu zusammengesetzt und durch zusätzliche Bauteile ergänzt, sodass daraus eine Tischleuchte entstehen konnte.

Der Lampenfuß wurde eigens angefertigt: Aus einer größeren Metallplatte habe ich mit einem Plasmaschneider eine kreisrunde Bodenplatte ausgeschnitten. Darauf wurde die Konstruktion montiert, anschließend fachgerecht verkabelt und als Tischleuchte fertiggestellt. Die Kombination aus technischem Messinstrument, präziser Metallarbeit und Licht macht dieses Objekt zu einem echten Unikat.

Gekauft wurde das Pyrometer in der Trödelsendung, gefertigt wurde die Leuchte in dem handwerklich geprägten TV-Format, in dem ich ebenfalls viele Jahre tätig war. Dieses Projekt zeigt exemplarisch, wie sich aus einem ästhetisch spannenden, aber zunächst funktionslosen Gegenstand ein voll nutzbares Designobjekt entwickeln lässt – mit handwerklicher Expertise, Mut zur Veränderung und einem klaren Konzept. Die Leuchte wurde kurz nach Fertigstellung verkauft.

 

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