vorher-nachher: Vom Küchentisch zum Tattoo-Arbeitstisch

Dieser klassische Linoleum-Küchentisch aus der Mitte des 20. Jahrhunderts hatte schon ein bewegtes Leben hinter sich. Die ursprünglich grüne Linoleumoberfläche war stark beschädigt: Risse, Löcher, bröselige Stellen – ein Zustand, bei dem viele Linoleumplatten komplett entfernt oder ersetzt werden. In diesem Fall gab es jedoch eine andere, sehr funktionale Lösung.

Statt das Linoleum auszutauschen, habe ich die vorhandene Oberfläche gründlich repariert. Die beschädigten Stellen wurden mit einer geeigneten Spachtelmasse gefüllt, Unebenheiten ausgeglichen und Risse geschlossen. So entstand wieder eine ruhige, stabile Fläche. Anschließend wurde die Tischplatte auf Kundenwunsch hellgrau lackiert, ebenso die integrierte Schublade. Das Tischgestell erhielt einen frischen weißen Anstrich.

Ein schönes Detail ist der Kantenumleimer aus massivem Holz, vermutlich Eiche. Dieser wurde bewusst nicht lackiert, sondern lediglich leicht geölt, um die natürliche Holzstruktur zu erhalten und einen warmen Kontrast zur hellen Oberfläche zu schaffen. Gerade dieser Mix aus Lack, Holz und klarer Linienführung macht den Tisch heute besonders stimmig.

Der Auftraggeber ist Tätowierer und nutzt den Tisch nun als Arbeitstisch in seinem Tattoo-Studio. Auf der lackierten Linoleumplatte liegt eine passgenaue Glasplatte, unter der Zeichnungen, Skizzen und Entwürfe aufbewahrt oder durchgepaust werden können. In dieser Kombination ist die lackierte Oberfläche absolut sinnvoll und geschützt. So wurde aus einem einfachen Küchentisch ein hochfunktionaler, individueller Arbeitstisch, der perfekt auf seinen neuen Einsatz zugeschnitten ist.


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