vorher-nachher: Vitra Utensilo als Künstlerwagen
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Dieses knallrote Utensilo habe ich in einer sehr bekannten deutschen Trödelsendung als Händlerin erworben. Es handelt sich dabei um einen echten Designklassiker: das Utensilo von Vitra, entworfen 1969 von Dorothee Becker. Ursprünglich als wandhängendes Organisationssystem gedacht, ist das Utensilo bis heute ein ikonisches Objekt der 1970er-Jahre – funktional, grafisch und kompromisslos modern.

Für ein TV-Unterformat (die Folge wurde leider nicht ausgestrahlt) habe ich mir überlegt, dieses starre Wandsystem komplett neu zu denken. Statt es erneut an die Wand zu hängen, sollte daraus ein mobiler Utensilo-, Werkzeug- und Künstlerwagen entstehen – flexibel, beidseitig nutzbar und absolut alltagstauglich.

Die Basis dafür fand ich bei einem großen Second-Hand-Händler: ein stabiler Werkzeugwagen, der von den Maßen her perfekt zum Utensilo passte. Diesen habe ich geschliffen und exakt im Rotton des Utensilos lackiert, damit beides optisch wie aus einem Guss wirkt. Anschließend habe ich eine passgenaue Aufsetzplatte gefertigt, auf der das Utensilo montiert wurde.

Besonders wichtig war mir die beidseitige Nutzung: Auf der Rückseite der Trägerplatte habe ich zusätzliche Werkzeugleisten angebracht, ebenfalls rot lackiert. Da auch die Schubladen des Rollwagens zu beiden Seiten ausziehbar sind, ist der Wagen von allen Seiten nutzbar – und von allen Seiten ein Hingucker. Ein Projekt, das zeigt, wie aus einem Designobjekt durch Handwerk, Planung und Fantasie ein völlig neues Möbel entstehen kann.

Der Utensilo-Wagen hat inzwischen eine neue Besitzerin gefunden, die ihn täglich nutzt – genau so, wie gutes Design gedacht ist.

